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Medizinisches Versorgungszemtrum Dres. Raulin und Kollegen

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Herzstillstand

Grundlagen

2005 haben die internationalen Fachgesellschaften die Leitlinien für die cardiopulmonale Wiederbelebung wesentlich überarbeitet. Gerade die Basismassnahmen wurden auch für Laienersthelfer so weit wie möglich vereinfacht, um die Bereitschaft von Notfallzeugen zu erhöhen bei plötzlichem Kreislaufstillstand zu helfen.

Die neuen Regeln für die Basismassnahmen sollen dem Ziel dienen

  • das frühzeitige Erkennen eines Notfalls
  • die frühzeitige Reanimation durch Ersthelfer
  • die frühzeitige Defibrillation 

zu erreichen.

Laien, aber auch professionelle Helfer kostete die Atemspende in der Vergangenheit oft Überwindung. Es hat sich in Studien aber gezeigt, dass der bei einem plötzlichen Herzkreislaufstillstand im Blut und Gewebe noch vorhandene Sauerstoffgehalt auch ohne Beatmung in den ersten Minuten ausreichend ist. Damit wird das Augenmerk auf den sofortigen Beginn einer Herzdruckmassage (30x mit einer Frequenz von 100/min) und weniger auf die Atemspende gerichtet. Sollten Sie eine Atemspende nicht  durchführen können (z. B. aus hygienischen Gründen, Angst vor Ansteckung etc.) ist eine effektive Herzdruckmassage bis zum Eintreffen des Notarztes ebenso wirkungsvoll und  sollte daher auf keinen Fall unterlassen werden.

Basismassnahmen der Herz-Kreislauf-Wiederbelebung 

Bewusstsein prüfen 

  • Ansprache 
  • Rütteln 
  • Schmerzreiz 

Nach Hilfe rufen

  • Notruf 112

Atmung kontrollieren

  • Hören/Fühlen/Sehen
  • Schnappatmung?
  • Nicht länger als 10 sek.!!!

Kopf strecken, Kinn anheben

Mit Herzdruckmassage beginnen

  • Frequenz 100x/min
  • 4-5 cm Amplitude

Handballen in Brustmitte

  • gleichmäßige und gleichlange Kompression und Entlastung

30 x Herzdruckmassage

2 Beatmungen


Jede Minute zählt – die Defibrillation

Jährlich sterben zwischen 100.000 und 150.000 Menschen in Deutschland an plötzlichem Herztod. Das entspricht einem Todesfall alle 5 Minuten. Ursache für den plötzlichen Kreislaufstillstand sind Kammerflimmern, pulslose ventrikuläre Tachkardie (Herzrasen aus der Herzkammer) und Asystolie (Herzstillstand). Während bei Asystolie die Therapieoptionen und Prognose stark eingeschränkt sind, kann bei Kammerflimmern das Defibrillieren Leben retten. Defibrillation bedeutet die Abgabe eines Elektroschocks mit einer Energie von 18–360 J von außen auf die Brustwand.

Dabei spielt ein möglichst früher Beginn der Defibrillation eine entscheidene Rolle. Während die Überlebenschance eines Patienten in der ersten Minute nach dem Herzstillstand noch bei 90 % liegt, ist nach 10 Minuten überleben nur ein winziger Bruchteil der Patienten. Nach dieser Zeit geht das Kammerflimmern in eine Asystolie über ("ausgebranntes Kammerflimmern"). Die Überlebensrate sinkt mit jeder verstrichenen Minute um 7–10 %.

Aus diesem Grund werden seit den 90er Jahren an Orten mit hohem Publikumsverkehr wie Flughäfen, Sportstätten und Einkaufszentren Defibrillatoren ("automatisierter externer Defibrillator AED") installiert, die im Notfall von Laien bedient werden können, bis das Rettungsteam eintrifft. Im Gegensatz zu den USA ist dies aber in Deutschland noch selten. Bitte fragen Sie aber immer bei Herzkreislaufstillstand nach dem Vorhandensein eines Defibrillators (z. B. Angestellte des Betriebes), da Studien eindrucksvoll nachgewiesen haben, dass durch einen rechtzeitigen Elektroschock des Herzens die Überlebensrate um 25 % und mehr erhöht werden kann.

Die automatisierten externen Defibrillatoren sind so konstruiert, dass sowohl Ersthelfer wie Polizei oder Feuerwehr als auch zufällig anwesende Passanten diese bedienen können. Dadurch kann die Zeit zwischen Kollaps und Defibrillation stark reduziert werden. 

Wie funktioniert ein automatischer externer Defibrillator (AED)?

Ein "automatisierter externer Defibrillator" (AED/"Halbautomat") ist ein batterie-, bzw. akkubetriebes Gerät, das selbst ein EKG ableitet, auswertet und den Benutzer genaue Anweisungen gibt, was dieser zu tun hat.

Nach dem Einschalten des AED fordert das Gerät den Nutzer per Sprachmodul auf, die Elektroden am Patienten anzubringen. Per Knopfdruck setzt der Ersthelfer die Analyse in Gang. Das Gerät leitet ein EKG an und prüft, ob die Kontakte gut angebracht sind. 

Nach der Analyse des EKGs trifft der AED eine Entscheidung. Liegt ein defibrillations-würdiger Befund vor, empfiehlt das Gerät die Defibrillation. Die Entladung erfolg nach Aufforderung per Knopfdruck.

Helfer könnten dem Gerät in jedem Fall vertrauen. Wenn das Gerät zum Defibrillieren anrät, dann liegt auch wirklich eine pulslose ventrikuläre Kammertachykardie oder ein Kammerflimmern vor. 

Zeigt der Patient keine Kreislaufzeichen:

  • Bringen Sie die Elektroden an.
  • Folgen Sie den Sprach-/Bildschirmanweisungen.
  • Stellen Sie sicher, dass niemand den Patienten berührt, während der AED den Herzrhythmus analysiert. 

Wird ein Schock empfohlen:

  • Stellen Sie sicher, dass niemand den Patienten berührt.
  • Drücken Sie nach Anweisung den Defibrillationsknopf. 

Verhalten nach dem ersten Schock:

  • Kontrollieren Sie nach dem ersten Schock nicht die Kreislaufzeichen, sondern fahren Sie mit den Reanimationsmassnahmen im Rhythmus 30:2 fort bis zum Eintreffen der Rettungskräfte oder Einsetzen einer sicheren spontanen Atmung
  • Folgen Sie den sprachlichen Anweisungen des AED (Defibrillator).
  •  Bei Einsetzen einer spontanen ausreichenden Atmung bringen Sie den Patienten bitte in die stabile Seitenlage. 

Die Stabile Seitenlage